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Mantras

Das Wort Mantra bedeutet wörtlich übersetzt Spruch oder Lied. Es handelt sich dabei um einen heiligen Vers, der eine spirituelle Energie in sich trägt und heilsame Wirkung haben soll. Es können auch eine heilige Silbe oder ein heiliges Wort sein, das mehrmals hintereinander rezitiert wird. Bei Mantras wird durch die Wiederholung des Aufsagens der heiligen Worte die darin enthaltene spirituelle Schwingung genutzt, um den Geist positiv zu beeinflussen. Auf diesem Weg werden die ausgesprochenen Worte ins Bewusstsein transportiert und können sich darin manifestiert. Ziel ist es, eine Verbesserung der Lebensqualität und Steigerung des Wohlbefindens zu erreichen.

Die ersten Mantras wurden in heiligen Büchern in Sanskrit niedergeschrieben, einer alten Muttersprache Indiens. In ihr sind unzählige Texte verfasst, die über die Generationen weitergegeben wurden. Inhaltlich beschäftigen sich die Schriften in Sanskrit mit religiösen, philosophischen sowie wissenschaftlichen Themen. Die ersten heiligen Schriften sind über 40.000 Jahre als. Das älteste überlieferte Mantra wird in einem heiligen Buch mit dem Entstehungstag der Schöpfung angegeben. Dies entspricht gemäß der indischen Tradition ungefähr vor 13.000.000.000 Jahren. Bis heute ist sind Mantras nicht nur im Hinduismus und Buddhismus ein fester Bestandteil im Yoga oder während einer Meditation. Dabei wird die Ursprungssprache bei der Nutzung der heiligen Worte beibehalten. Es findet keine Übersetzung statt, damit der Zugang zu der darin enthaltenen Schwingung genutzt wird.

Das bekannteste und seit Tausenden von Jahren genutzte Mantra ist „Om“. Es vereint die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die heilige Silbe besteht aus den drei Buchstaben „AUM“ und bewirkt eine harmonische Schwingung im Körper vom Bauch bis zum Scheitel. Da es die innere Ruhe und das Gleichgewicht herstellt, wird es meist zu Beginn sowie am Ende einer Sitzung gesprochen. Der Klang der heiligen Silbe beschreibt den Urklang unser allen Seins und des Universums.

Die heiligen Worte „Lokah Samastah Sukhino Bhavantu“ stehen für Frieden, Harmonie und Glück. Sie werden gern in einer Meditation gesungen. Sie lassen uns wissen, dass wir selbst Glück erfahren, wenn wir unser Herz öffnen und Wohlwollen sowie Liebe zeigen. Sie werden gern verwendet, um Frieden für die Welt auszusenden.

Die göttliche Energie und die Anerkennung des universellen Geistes findet durch das Rezitieren des „Anusara“ statt. Die genauen Worte sind:
Om Namah Shivaya Gurave
Saccidananda Murtaye
Nischprapanchaya Shantaya
Niralambaya Tejase
In der Übersetzung bedeutet der heilige Vers, dass wir immer erfüllt von Frieden sind und die innere Essenz von Wahrheit, Bewusstsein und Glück in uns tragen.

Das Mantrasingen von
„aum vande gurūṇāṁ caraṇāravinde
sandarśita svātma sukhāva bodhe
niḥ-śreyase jaṅgali-kāyamāne
saṁsāra hālāhala mohaśāṁtyai
ābāhu puruṣākāraṁ
śaṁkhacakrāsi dhāriṇam
sahasra śirasaṁ śvetaṁ
praṇamāmi patañjalim aum“
ist eine Ehrerweisung an die großen Lehrer vergangener Generationen. Damit wird voller Dankbarkeit an eine alte überlieferte Tradition erinnert.

Die indische Grüne Tara möchte den Menschen auf dem Weg zur Erleuchtung verhelfen. Mit dem Rezitieren der heiligen Worte „Om Tare Tutare Ture Soha“ verbinden sich Menschen mit ihrer Energie. Die Grüne Tara steht für die Erfüllung von Wünschen und dem Schutz vor Gefahren. Wer sich mit ihrer Energie verbindet, kann innere Hindernisse und Ängste überwinden.

Die Energie von Fülle und Reichtum bringen die Worte „Om Shreem Mahalakshmiyei Namaha“. Die Göttin Lakshmi steht für die Fülle und das Wort „Maha“ bedeutet übersetzt „groß“. Die heiligen Worte sollen daher den Wohlstand in Harmonie mit dem göttlichen Gesetz in das Leben des Rezitierenden bringen. Die Fülle kann dabei spirituell oder materiell ausgerichtet werden.

Frieden und Heilung rufen die Menschen in ihr Leben, wenn sie die Silben „Om Sri Ram Jay Ram Jay Jay Ram“ mehrmals hintereinander wiederholen oder singen. Überlieferungen zufolge soll Mahatma Gandhi diese heiligen Worte intensiv genutzt haben, um den Sieg des Geistes über die Materie anzurufen.

Seit über einem Jahr meditiere ich regelmässig mit einem Mantra. Je nach Situation oder Gefühl, suche ich mir eines aus und meditiere damit. Dafür habe ich mir die Musik von Jai-Jagdeesh geholt.

Welches ist dein Lieblingsmantra?

Mirjam

 

 

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2 Comments

  • Reply
    Chrissi
    15. März 2017 at 11:35

    Liebe Mirjam,

    seit ich mich mit Yoga und Meditation beschäftige, stoße ich immer wieder auf Mantras.
    Erst kamen sie mir nur wie seltsamer Singsang vor, mittlerweile finde ich sie und ihre Bedeutung immer interessanter. Nur selbst singen habe ich mich noch nicht getraut. Hast du einen Tipp, wie man es mit der Aussprache richtig macht? Oder kommt es darauf gar nicht so an?

    Liebe Grüße,
    Chrissi

  • Reply
    Mirjam
    16. März 2017 at 9:30

    Liebe Chrissi

    Schön, dass dir Mantras auch so gefallen. Mir macht es so Spass mit ihnen zu meditieren. Ganz ehrlich, man muss es nicht zwingend mitsingen. Falls du es aber laut mitsingst, sollte die Aussprache richtig sein, damit das Mantra den richtigen Effekt auf dich hat. Es hat schon einen positiven Effekt es zu hören und es gedanklich zu wiederholen. Mir hilft es, wenn ich das Mantra google und mir die Aussprache anschaue. Und zuletzt, einfach mutig sein 🙂

    Namasté
    Mirjam

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